Tanzsport verfällt regelmäßig in den Diätwahn
Über die Tanzkultur wurde an dieser Stelle schon oft geschrieben. Man will sich bewegen, seiner Freude Ausdruck verleihen, oder sich in körperlicher Sprache gebärden. Wenn es aber nicht mehr nur hauptsächlich um den reinen Spaß am Tanzen geht, also wenn der Tanz in Konkurrenz ausgetragen wird, erwarten Tänzer und Betrachter

auf der Tanzfläche neben passender Berufsbekleidung zusätzlich gewisse Schönheitsideale. Tatsächlich ist eine Tango Vorführung, bei der die Geschichte eines heißblütigen Liebespaares erzählt wird, eher unattraktiv wenn sie von zwei übergewichtigen Akteuren vorgetragen wird. Man erwartet eine perfekte Haltung, schicke Kleidung - und eine schlanke Figur. Immer wenn die Turniersaison anbricht, verfällt der Tanzsport wie im Tango in den Wahn, schnell noch eine HCG Diät zu machen um vermeintlich überflüssige Pfunde loszuwerden. Ein entsprechendes Cookery Book ist auch gleich zur Hand. Und so schweben die Tänzer wie engelgleiche Wesen über die Tanzflächen der Turniersäle.

Dabei begeistern sie in ihrem Wesen, Jung und Alt und geben ihrem Sport natürlich den nötigen Vorschub, um ihn auch hierzulande zu etablieren. Tatsächlich sind in Deutschland Tanzschulen die Tango anbieten, in stets wachsender Zahl aufzufinden. Auch die wachsenden Teilnehmerzahlen sind ein deutliches Indiz dafür, dass mit dem Tanzsport ein breites Publikum angesprochen wird, wenn man nur die entsprechenden Angebote bereit hält. Vielleicht ist es Zufall, dass der Absatz vom klassischen Kochbuch zurück geht, dafür um so mehr Kochbücher zum Thema Diät auf dem Markt erhältlich sind. Doch geht es ums Tanzen, verbinden viele Menschen die Bewegung gleich mit dem Plan, sich ein paar Pfunde wegzuessen. Dies passiert auch, wenn man sich nicht bei einem Tanzturnier anmelden will. Aber der Wille, ebenso schön zu sein wie die professionellen Tango Tänzer, deren Kunstwerk man bewundert, liegt natürlich auf der Hand.

Diesen Wahn zu befriedigen, darum ist man in Buchverlagen bestrebt. Der Tanzbegeisterte hat die Auswahl zwischen fettarmen Menü Präsentationen, spezialisierten Editionen die sich mit Negativkalorien auseinander setzen, und der reinen Lehre der Nulldiät. Wobei es für letztere eigentlich gar kein Kochbuch braucht. Allerdings haben sich Nulldiäten selten bewährt. Viel besser ist es, sich eine ausgewogene Mahlzeit zu gönnen und sich dabei durch die Rezepte im Kochbuch verleiten zu lassen, sich an die schmackhafte und gesunde Diät zu halten. Eine Diät muss nämlich längst nicht eintönig sein, wie die neusten Kochbücher immer wieder beweisen. Zu jedem Rezept wird nicht nur eine ausführliche Beschreibung geliefert, oft werden auch Kalorienangaben gemacht und über den Fettgehalt gewisser Speisen informiert. Als sehr praktisch haben sich Tabellen herausgestellt, anhand derer man den persönlichen, täglichen Bedarf an Energie mit dem eigenen Diät Plan abstimmen kann.

Der Tanzsport verfällt regelmäßig in den Diätwahn – das mag im Wesen eines Sportlers liegen. Aber das muss nicht sein. Eine ausgewogene Ernährung das ganze Jahr über, würde schon reichen. Und so sind nicht nur die Turniersäle mit schlanken Menschen gefüllt, auch jene die sich mit dem Tanzsport aus lauter Spaß beschäftigen, werden ihre helle Freude daran haben. Den Anfang, den sie mit dem Tango Sport gemacht haben, kann in einer passenden Diät weitergeführt werden. Dass dabei ein Kochbuch zur Hand ist, das sich den Bedürfnissen der Leser annimmt, ist natürlich ein großer Vorteil. Ein Kochbuch kann dabei helfen, dass die Diät nicht zum Wahn wird und man auf der Tanzfläche dennoch vor allem Spaß hat.